Schwuler Hip-Hop: Es muss nicht immer Disco oder Schlager sein

Alle Schwulen lieben Madonna, ABBA, Schlager und Disco? Mitnichten! Natürlich gibt es auch viele schwule Männer, die gern Musikrichtungen hören, welche eher selten mit homosexuellen Clichés in Verbindung gebracht werden. So outete sich Rob Halford von der Heavy-Metal-Band Judas Priest bereits im Jahr 1998 als erster homosexueller Metal-Sänger. Doch auch in der Hip-Hop-Szene steigt die Anzahl der MCs, die von der immer noch verbreiteten Salonfähigkeit von Homophobie im Rap nichts halten, spürbar an. Zwar führt der Weg zum Ruhm im Hip-Hop vor allem in Deutschland meist noch immer über die Inszenierung einer übersteigerten Männlichkeit, Aggressivität und Texten, in denen die Wörter gay, schwul, Homo oder Schwuchtel als Beleidigung eingesetzt werden. Doch während der deutsche Rapper Bass Sultan Hengzt mit seinem vermeintlichen Coverartwork, das zwei sich küssende Männer zeigt, noch einen schwulenfeindlichen Shitstorm auslöste, ist man in den USA schon viel weiter: In Übersee gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Rappern/Rapperinnen, die sich als schwul, bisexuell oder transgender geoutet haben. Insbesondere im experimentellen Underground-HipHop gibt es mittlerweile eine Vielzahl an queeren Musikern/-Innen. Einige der spannendsten wollen wir Euch in diesem Blog-Artikel vorstellen.

Frank Ocean

Der HipHop/R&B-Sänger Frank Ocean war im Jahr 2012 der erste und wohl bekannteste Protagonist der Szene, welcher sich als schwul geoutet hat. Dies war insofern überraschend, da Frank Ocean ein Mitglied der als homophob geltenden Hip-Hop-Gruppe Odd Future Wolf Gang Kill Them All, kurz Odd Future genannt, war. Jedoch waren bereits zuvor Gerüchte über die Sexualität des Sängers entstanden, da dieser in einigen Musikstücken, die hauptsächlich das Thema Liebe behandeln, Wörter verwendete, die eindeutig auf einen Mann als Liebespartner hindeuteten. Seitdem hat sich jedoch schon viel getan, sogar bei der Grammy-Verleihung ist Frank Ocean bereits aufgetreten.

Le1f

Der in New York geborene Voguer Le1f studierte Ballet und Modern Dance. Mittlerweile betreibt Le1f sein eigenes HipHop Label Camp & Street und ist als offen schwuler Rapper mit einem unorthodoxen Produktionsstil bekannt. Seinen Song „WUT“ stellte er sogar in der Late-Night-Show von David Letterman vor.

Mykki Blanco

Bereits im November 2012 produzierte Le1f gemeinsam mit Mykki Blanco das Lied „Fucking the DJ“. Die rappende Drag Queen stellt die Geschlechterrollen des HipHop infrage und nutzt Musik, Videos und Auftritte als experimentelle Performancekunst. Inzwischen hat es Mykki Blanco in Hochglanzmagazine wie die italienische Vogue , die Elle oder in Andy Warhols Interview Magazine geschafft und ist so etwas wie das It-Girl der queeren Hip-Hop-Szene.

Cakes Da Killa

Der 24-Jährige Schnellfeuer-Rapper Cakes Da Killa zählt mit seinen expliziten Texten über schwulen Sex, aggressiven Beats und Sounds voll musikalischer Referenzen zu den derzeit aufregendsten Stimmen im Hip-Hop-Business. In seinen Videos und bei seinen Auftritten mischt Cakes Da Killa Gender-Identitäten exzessiv durcheinander. Wer hätte gedacht, dass eines der besten Rap-Videos der letzten Jahre einen Typen zeigt, der diverse Hüte ausprobiert?!

Arca

Der Venezolaner Arca, welcher laut eigenen Angaben in seiner Jugend stark mit seiner Homosexualität haderte, hat trotz seines jungen Alters von 25 Jahren bereits Musik für Kanye West und Björk produziert sowie mit jungen, aufregenden Sängerinnen wie FKA Twigs und Kelela zusammengearbeitet. In seinen eigenen Musikstücken reiht Arca post-industrielle Sounds, Drones und basslastige Electronica mit klassischen Referenzen und Pop-Musik aneinander. Im Jahr 2015 sorgte Arca auch außerhalb des Musikbusiness für Aufsehen, als er sich für das BUTT Magazine freizügig von Wolfgang Tillmans interviewen und fotografieren ließ. Auch das offizielle Video zu seinem Song „Vanity“ sorgte für Aufsehen.

Mario

Mario runs the travel blog beingboring.de. It originally started as a music blog, the blog is named after its favorite song by the gay pop duo Pet Shop Boys. Meanwhile, Mario reports on his blog mainly about travel, which he undertakes together with his partner. He writes about gay-friendly hotels, vacation packages, city breaks and cruises from a gay point of view and gives tips for interesting clubs, bars and cruising areas on site.

Mario betreibt das Reiseblog beingboring.de. Ursprünglich als Musikblog gestartet, ist das Blog nach seinem Lieblingslied des schwulen Popduos Pet Shop Boys benannt. Mittlerweile berichtet Mario auf seinem Blog hauptsächlich über Reisen, die er gemeinsam mit seinem Partner unternimmt. Dabei schreibt er über schwulenfreundliche Hotels, Pauschalreisen, Städtereisen und Kreuzfahrten aus einem schwulen Blickwinkel und gibt Tipps für interessante Clubs, Bars und Cruising Areas vor Ort.

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